Der Junggesellenverein Einigkeit"
Der Junggesellenverein, der im Jahre 1805 gegründet wurde,
gilt als der älteste Ortsverein in Lessenich-Messdorf und auch
im Landkreis Bonn. Seine Geschichte ist im sogenannten Buch
Mottekopp" niedergeschrieben:
Der Mottekopp" der Lessenicher Jungesellen beginnt mit
Ausschnitten aus der Damenzeitschrift Der Bazar" von
1863 bis 1870. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von
Johann Impekoven aus Messdorf aus dem Jahr 1876, die den
Brauchtum des Vereins regelt.
1914 gelangte der Mottekopp" in Hände eines
Privatmannes, so daß die nächste Eintragung erst am 20.3.1937
gemacht wurden konnte, als er an den Verein zurück gegeben
wurde.
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde die Arbeit des
Vereins dann unterbrochen, im Mottekopp" finden sich
aus dieser Zeit auch keine Eintragungen. Auf Anregung einiger
Kameraden wurde der Verein aber am 2. September 1946 wieder ins
Leben gerufen, der 1. Vorsitzende war Heinrich Derkum.
Am 27. April 1947 fand das erste Stiftungsfest nach dem Krieg mit
13 auswärtigen Vereinen statt. Der Verein wurde weit über die
Grenzen Bonns bekannt, als 1953 Josef Schoeneseifen die ersten
großen Erfolge als Fähnrich errang und 1957 auf dem
Stiftungsfest in Metternich die 100. Meisterschaft gewann.
Nach 1970 war die Mitgliederzahl einem chronischen Schwund
ausgesetzt und der Jungesellenverein drohte auseinander zu
brechen. Daher wurde beschlossen, den Jungesellenverein um die
Männerreih zu erweitern, so daß auch verheiratete Männer nicht
mehr aus dem Verein austreten mußten. Der Verein, der sich seit
dem Jungesellenverein-Männerreih nennt, zählte 1980 nun
immerhin 27 Mitglieder. Das Vereinslokal des Jungesellenvereins
ist die Gaststätte Tankhof".
Bereits seit 1000 n.Chr. bestehen die Schützenbruderschaften,
seit dem 15.Jahrhundert die Junggesellenschützenbrüderschaften.
In Luthers Zeiten wurden dann die ersten Junggesellenvereine
gegründet. Sinn dieser Junggesellenvereine war die Verbundenheit
der Junggesellen, die durch das Vereinszeichen, den Händedruck,
symbolisiert wird: Es war die Pflicht der Jungesellen, jedem zu
helfen, der unverschuldet in Not geraten war, was sowohl Mithilfe
bei der Landwirtschaft oder im Haus, als auch Spenden von
Lebensmittel und Kleidern und Hilfe bei Alten und Kranken
beinhaltete. Die Mitglieder, ausschließlich Ortsansässige,
stellen gemeinsam in jedem Jahr die Maibäume auf. Maikönig
wurde derjenige, der für sein Mädchen den höchsten Betrag zur
Verfügung stellt, die nächst niedrigeren Beträge bestimmten
die Maiprinzen.
Während der Junggesellenverein früher einen eigenen Maiball und
ein Stiftungsfest feierte, wird dies heute auf die große
Laurentiuskirmes verlegt.
Aus der Tradition des Pflichtschwenkens der etwa 7kg schweren
Vereinsfahne nach festgelegten Bewegungsmustern entstand das
Kunstschwenken kleinerer Fähnchen, an dessen Meisterschaften im
Umkreis der Junggesellenverein jährlich teilnimmt.