Der Sohn eines Porzellanmalers kam am 27. Januar 1902 auf die Welt. Er war wie sein Vater ein sehr heiterer Mensch und hatte die musische Begabung seiner Mutter geerbt.
Mit 22 Jahren machte Heinrich Lützeler seinen Doktor. Seine Doktorarbeit über "Formen der Kunsterkenntnis" erregte großes Aufsehen.
Bis 1940 lehrte Lützeler an der Bonner Universität. Dann entliessen die Nazis ihn aus seinem Lehrstuhl. Lützeler hatte sich schon seit Anfang der 30er Jahre negativ über die Nazis geäußert, was er nun zu spüren bekam. 1942 bekam er ein Schreib-und Redeverbot.
Dennoch gab der von Geburt an körperbehinderte Lützeler Privatvorlesungen. Er mußte sich ja gegen die Nazis wenden, da seine Behinderung nicht in deren Weltbild paßte.
Als der Krieg und damit die Nazizeit vorbei war, bekam Lützeler 1946 einen Lehrstuhl für Ästhetik und Kunstgeschichte. Lützelers Seminare und Vorlesungen waren beliebt und daher meist überfüllt.
Lützeler wurde durch seinen Humor zu einer treibenden Figur im Karneval; die Karnevalsvereine rissen sich um ihn. 1977 promovoerte er zum "Doktor des Humors." (Ehrentitel) Den gleichen Titel hatten schon Goethe und Adenauer vor ihm gehabt.
Lützeler wurde 86 Jahre alt. Er starb am 13. Juni 1988 nach einer Notoperation am Herz.