
Auf den Spuren von Robert Schumann
Das Schumannhaus Bonn-Endenich
Sebastianstraße 182
53115 Bonn
Tel.: 0228 / 77 36 56
1. Einleitung
2. Geschichte des Hauses
3. Schumanns Leben in Endenich
4. Schumann-Gedenkzimmer
5. Hauskonzerte im Schumannhaus Bonn
6. Busverbindung
2. Geschichte des Schumannhauses
Beethovens Geburtshaus in Bonn ist jedem ein Begriff. Weniger bekannt
hingegen ist das Sterbehaus des berühmten Komponisten Robert Schumann
in Endenich.
 Sanitätsarzt Dr. Franz Richarz eröffnete 1844 die Heil- und Pflegeanstalt in Endenich |
Das im klassizistischen Stil nach dem Typus einer „maison de plaisance"
errichtete Gebäude diente als Landsitz des kurfürstlichen Kammerrats
und Schöffenbürgermeisters Matthias Joseph Kaufmann und wurde
von Sanitätsrat Dr. Franz Richarz gekauft, der vordem in der Nervenheilanstalt
auf dem Siegburger Michaelsberg gearbeitet hatte. Dr. Richarz eröffnete
dann auch am 26. Oktober 1844 eine eigene Heil- und Pflegeanstalt in Endenich,
deren berühmtester Patient wohl der Komponist Robert Schumann war.
Aber auch die Maler Gehrts, Rethel und Munkaczie begaben sich nach Endenich
in Behandlung. Dr. Richarz verschied am 26. Januar 1887 und liegt auf dem
alten Friedhof in Bonn begraben. Die Heilanstalt wurde von verschiedenen
Ärzten weitergeführt und im In- und Ausland be-kannt. So sollen
1934 auch Kranke aus Brasilien und Südafrika nach Endenich gekommen
sein.
Schon 1926 wurde von Medizinalrat Dr. A. W. Kellner die Einrichtung
einer Schumann - Gedenkstätte angeregt. Die Schumann - Gesellschaft
in Zwickau stiftete auch eine Plakette, die heute noch neben der Eingangstüre
zu sehen ist und Robert Schumanns Kopf zeigt.
Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus teilweise zerstört. Als die
Ruine in den fünfziger Jahren im Bonner Stadtbild peinlich zu werden
begann, wurde ihr Abriß und der Bau eines Altersheimes geplant. Trotz
heftiger Proteste der Öffentlichkeit wegen der Zerstörung eines
weiteren kulturgeschichtlichen Denkmals wurde die Abbruchgenehmigung erteilt.
Nicht zuletzt einer vom Kabarettisten Eckhart Hachfeld veröffentlichten
Kolumne in der Ausgabe der Welt vom 14. April 1956 ist es zu verdanken,
daß das Schumannhaus erhalten blieb.
Damals schrieb Hachfeld:
Robert Schumanns Sterbehaus
sieht nicht neo-prächtig aus,
und das Bonner Stadtbauamt
hat's zum Abbruch drum verdammt.
Ob Ministerwagen fahren,
wo er starb vor hundert Jahren?
baut man eine Notenbank
zu des Notenkünstlers Dank?
Deutschlands auserwählte Söhne
geben nichts auf zarte Töne,
denn wie käme sonst dazu man
zu der ,,Räumerei von Schumann!"
Amadeus aber schreibt:
Liebes Bonn, als Erbe bleibt
dir bei näherer Betrachtung
Schumanns geistige Umnachtung.
 Die feierliche Einweihung des Schumannhauses im Jahre 1963 |
Urplötzlich standen daraufhin Gelder für eine Renovierung
und Erhaltung des Gebäudes zur Verfügung, und so konnte 1963
das Schumannhaus feierlich der Öffentlichkeit übergeben werden.
Heute befinden sich im Schumannhaus die städtische Musikbücherei
mit rund 45.000 Büchern, Noten und Tonträgern, sowie im ersten
Stock in Robert Schumanns Sterbezimmer die Schumann - Gedenkstätte
mit wertvollen Dokumenten, Bildern und Briefen von Robert und Clara Schumann,
ihren Kindern und Freunden. Dank einer weiteren Renovierung im Jahre 1984
mit Hilfe des Vereins Schumannhaus Bonn e.V. wurden größere
Räumlichkeiten nutzbar.
Mit über 100.000 Ausleihen pro Jahr und Besuchern aus dem In- und
Ausland sind Büche-rei als auch Gedenkstätte ein beliebtes Musikzentrum.
So finden in regelmäßigen Abständen Hauskonzerte statt,
bei denen vorrangig Werke Robert Schumanns und seines Familien- und Freundeskreises aufgeführt werden.
Ticket-Hotline unter 0228 / 778008 oder 775775
Quellen:
Thomas Synofzik (Hrsg.), Briefe und Dokumente im Schumannhaus Bonn-Endenich,
Bonn 1993
Herbert Weffer, Endenich - die Geschichte eines Bonner Vororts (S.488-493),
Bonn 1987